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Schleswig-Holstein war früher von lichten Eichenwälder bedeckt. Ihr Aufstieg begann nach dem Ende der letzten Eiszeit. Als es allmählich wärmer wurde nahmen verschiedene Baumarten das eisfreie Land in Mitteleuropa in Besitz. Am schnellsten breiteten sich diejenigen aus, deren Samen vom Wind verstreut wurden - Kiefern, Weiden und Pappeln. Die Eiche folgte und machte sich bei der Verbreitung den Eichelhäher zunutze, der die Eicheln forttrug und vergrub. Das verschaffte der Eiche einen deutlichen Vorsprung vor anderen Laubbäumen. Herrliche lichte Eichenwälder entstanden und dort, wo sie noch erhalten sind, werden sie als Naturerbe geschützt.

Dann entstand jedoch ein Verdrängungswettkampf mit der immer weiter aus dem Süden vorrückenden Buche. Durch ihr dichtes Blattwerk verschattete sie die Wälder und dominierte zunehmend  über andere Laubbaumarten. Die Eiche braucht einen freien "Auftritt" mit viel Licht. Nur als einzeln stehender Baum kann sie mehrere Buchengenerationen kommen und gehen sehen und ein Alter von über 1000 Jahren erreichen. Aus diesem Grund gilt die Eiche auch als Symbol für die Ewigkeit/Beständigkeit, da sie unter guten Bedingungen 30 Menschengenerationen überdauern konnte.

Der Mensch war kam der Eiche zur Hilfe, beeindruckt von der majestätischen Erscheinung, befreite sie vielerorts von lästiger Baumkonkurrenz und gab ihr eine kultische Bedeutung ...

Schon seit langen Zeiten hatte die Eiche etwas magisches, mystisches für die Menschen. Im antiken Griechenland sah man sie als den Wohnort des Göttervater Zeus an und wurde als Orakel befragt (Eichenorakel von Dodona). Die Römer weihten die Eichen dem Jupiter, die Germanen dem Gott Donar (Thor). Bei den Kelten war die Eiche dem Himmelsherrscher und Wettergott Taranis gewidmet. Für ihre kultischen Handlungen verwandten die Kelten Eichenlaub. Ihre Priester nannten sich "Druiden", das bedeutet "Eichenkundige". Besonders heilig waren Misteln, die auf Eichen wuchsen. Wer widerrechtlich einen Eichenhain fällte, war dem Tode geweiht. Die Sachsen beteten die Irminsul an. Es wird vermutet, dass es sich dabei um eine hohle Eiche handelte.

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Christliche Missionare unter Bonifatius, denen diese Naturverherrlichung ein Dorn im Auge war, fällten im Jahr 723 in der Nähe von Fritzlar eine uralte Eiche, eines der wichtigsten germanischen Heiligtümer der damaligen Zeit. Dem Stamm der Chatten sollte damit die Ohnmacht ihrer altgermanischen Götter Vor Augen geführt werden.

Wegen der religiösen Bedeutung wurde unter Eichen Gericht gehalten (Gerichtsbäume, z. B. Femeiche)

Quelle: u. a. pm-magazin v. Juli 2007 u. Wikipedia (Eichen)


Mooreiche (auch Morta, engl.: Bog Oak)

Eine Mooreiche ist keine Baumart, sondern ein Eichenstamm, der über Jahrhunderte, bzw. Jahrtausende in Mooren, Sümpfen oder an Flussufern gelegen hat und dadurch über solch lange Zeit konserviert wurde. Die Gerbsäure des Eichenholzes verbindet sich mit den Eisensalzen des Wassers, wodurch das Holz sehr hart wird und sich stark verfärbt. Die Verfärbung kann sehr unregelmäßig sein und variiert von hellgrau über dunkelgelb, dunkelbraun, blaugrau bis tiefschwarz. Die Farbpigmente sind unlöslich. Das Holz ist durch den Alterungsprozeß verfärbt, nicht aber chemisch abgebaut. Unter Sauerstoffabschluß findet ähnlich wie bei den "Moorleichen" keine Verrottung statt. Die subfossilen Eichen können 600 - 8500 Jahre alt sein.

Das Vorkommen des subfossilen (subfossil - Vorstufe zu fossil) Holzes ist begrenzt, deshalb steht dieses Material mit seiner wunderbaren Färbung hoch in der Gunst von Künstlern, Kunsthandwerkern und Tischlern. Besonders beliebt ist das Holz bei Pfeifenbauern (Pfeifenkopf) und Messermachern (Griffe).

Mooreiche wurde in früheren Jahrhunderten teilweise künstlich erzeugt, indem man frische Eichenbohlen für Jahrzehnte im Moor versenkt hat. Heute wird manchmal Räuchereiche angeboten - natürlich kein Vergleich zur echten Mooreiche.

In alten Häusern baute man die Türschwelle oft aus Mooreiche. Ich nehme an, dass man hoffte, die Langlebigkeit und Haltbarkeit des Holzes würde sich auf Haus und Besitzer übertragen ..

Segen und Fluch der Mooreiche ist das nach der Trocknung oft extrem harte Holz. Mooreiche sollte sehr langsam heruntergetrocknet werden, da sie zu einer sehr starken Rissbildung neigt. Sie schwindet beim Trocknen so stark, dass fast 30 % des Materials ver"schwinden"... und entsprechend schwer ist es größere Stücke guter Qualität rißfrei zu bekommen. Dieses wundervolle Holz ist aber jede Mühe wert, denn unter der Bearbeitung zeigt es seine Qualität und seine schöne Struktur - oft sind die Marklinien sehr gut zu erkennen und bei einigen Stücken liegen die Jahresringe so eng, dass auf ein paar Zentimeter ein ganzes Menschenleben passt. Man muss das Holz lesen lernen und wissen, was man aus den unterschiedlichen Partien machen kann. Deshalb arbeite ich am liebsten ganz spontan, schaue mir das Holz an, seine Struktur und Färbung und entscheide dann ganz kreativ, ob ich Perlen daraus mache oder vielleicht eine Figur, eine Haarspange oder einen Handschmeichler.


Unsere Mooreiche haben wir erst partiell aufgesägt, eine erste kleinere Partie haben wir recht frühzeitig in Bohlen gesägt, relativ radikal heruntergetrocknet und in noch kleinere Partien gestückelt, damit ich ausreichend getrocknetes Holz verarbeiten kann. Die starke Rißbildung mußten wir leider zunächst in Kauf nehmen und formgebend in die Arbeit mit einbeziehen. Die weitaus größere Partie unseres Stammes lagert weitaus schonender und kann behutsam trocknen - dennoch muß die Säge demnächst wieder ihr Werk tun um weitere wohlüberlegte Schnitte zu setzen - die Spannung muß aus dem trocknenden Stamm heraus ...


Fertige Werkstücke sollten regelmäßig leicht geölt werden, damit die schönen Eigenschaften des Holzes erhalten bleiben. Dazu reicht ein leicht geöltes fusselfreies Tuch zum Polieren oder eine weiche Bürste mit ein/zwei Tropfen Öl (Olivenöl, Holzöl, ...)